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Seit über siebzehn Jahren arbeite ich als Frühförderin bei der Lebenshilfe Merseburg, einer gemeinnützigen Gesellschaft mbH und seit drei Jahren habe ich zusätzlich die Leitung des Teams der Interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle übernommen.

Wir fördern und betreuen Familien und deren Kinder, die in ihrer Entwicklung verzögert, von Behinderung bedroht oder behindert sind. Unser Einzugsgebiet ist der ganze Saalekreis und die Förderung wird ambulant und mobil erbracht.

Im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen die Kinder und deren Familien, mit ihren individuellen Besonderheiten und Bedarfen. Gemeinsam mit fünf weiteren Fachkräften ermöglichen wir den Familien eine wohnortnahe, heilpädagogische und medizinisch-therapeutische Förderung.

Das 500ste Reformationsjubiläum, welche Bedeutung hat es für mich in meiner Arbeit?

Bin ich ein Reformator?

Kann ich von Reformation im Sinne Martin Luthers sprechen?

Zu Beginn meiner Überlegungen kam ich zu der Überzeugung, dass ich in meinem Bereich kein Reformator bin. Ich habe doch nicht ständig neuen Ideen, verändere oder verbessere unseren Arbeitsbereich nicht grundlegend. Ich bin mit Haut und Haaren Frühförderin, liebe die abwechslungsreiche, interessante Arbeit mit den Kindern und deren Familien. Auch meine Kolleginnen signalisieren mir jederzeit Freude, Interesse und ein Herz für ihre Arbeit. In die Rolle der Einrichtungsleiterin wachse ich immer mehr rein. Unsere Frühförderstelle wächst zunehmend, in der Öffentlichkeit sind wir bekannt und wir erhalten stets ein gutes Feedback. Der Kreis unserer Kooperations- und Vernetzungspartner intensiviert sich weiter und unser Team ist stets dabei, sich mit neuen Ideen auseinander zu setzen. Ich als Leiterin bin  bemüht, meine Kolleginnen in ihrer selbständigen Arbeit zu unterstützen und diese zu bündeln.

Je mehr ich mich aber auf diesen Reformationsgedanken einließ, kam ich ins Wanken. Findet nicht doch in meinem Bereich Reformation statt?

Es kommt doch nicht auf den Umfang und die Gewichtigkeit von Veränderungen an, sondern dass die Bereitschaft, das Interesse für die Sache und das Herzblut vorhanden sind.

                     „Achte darauf, dass etwas eine Bedeutung hat, weil es dir selbst etwas bedeutet.

                                       Nicht weil jemand anderer dich davon überzeugt.“

                                                                        - anonym -

Verändern wir nicht täglich unser Verhalten, geben Imulse in unserer Förderarbeit und verbessern somit die Möglichkeiten zur Entwicklung der uns Anvertrauten...?

 

Britta Wittig